Treskowallee 109/111

In der Treskowallee 109/111 Ecke Stolzenfelsstraße verfügt die Stiftung Stadtkultur über einen besonderen Gebäudekomplex. Neben Geschäftsräumen, die die Stiftung an das HOWOGE Kundenzentrum Karlshorst, die Schostakowitsch-Musikschule Berlin-Lichtenberg und weitere Gewerbetreibende vermietet, steht hier ein Theater, das keines mehr ist. Im Jahr 2018 wurde der Gebäudekomplex von der HOWOGE an die Stiftung Stadtkultur übertragen. Seitdem erfährt das ehemalige Theater eine prozesshafte Umdeutung und Reaktivierung. In 2021 wurde es umbenannt in KAHO. Raum für Kultur und in zwei Spielzeiten (2021 & 2022) fand ein Interimsprogramm mit ca. 100 Veranstaltungen im Bühnenturm und auf dem Vorplatz des Gebäudes statt.

Bis voraussichtlich 2026 wird das KAHO nun von einer Guckkastenbühne zum modularen Veranstaltungsort umgebaut, um dann in neuem Glanz wiederzueröffnen.

 

ZUR GESCHICHTE:

Vor dem Zweiten Weltkrieg befand sich an der Ecke Stolzenfelsstraße/Treskowallee das Restaurant „Zum Kronprinz“ (später „Deutsches Haus“). Im Spiegel-Parkett-Saal fanden Varietéveranstaltungen, Modenschauen und Kabarettabende statt. 1948 wurde auf dem benachbarten Gelände das Theater Karlshorst erbaut – auf Befehl der russischen Militäradministration und als Reparationsleistung Deutschlands an die Sowjetunion. Als „Haus der Offiziere“ war das Theater zunächst nur sowjetischen Militärangehörigen und Zivilangestellten sowie ihren Familien zugänglich. Alle anderen durften die bereits 1945 errichtete Sperrzone, in der sich das Theater befand, nur mit Passierschein betreten.

Erst nach der Aufhebung des Sperrgebietes 1963 hatte die deutsche Bevölkerung Zutritt zur sogenannten “Russenoper“. In den Folgejahren fanden dort Konzerte, Theater- und Kinovorführungen, aber auch Jugendweihen und Veranstaltungen zur Pflege der deutsch-sowjetischen Freundschaft statt. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 wurde das Haus bis 2007 als privates Theater geführt. Auf dem Programm standen Veranstaltungsreihen wie die Stunde des Tanzes, Montagskino für Kinder und Sonntagskonzerte für die ganze Familie.

Seit 2008 stehen Bühnenturm, Zuschauersaal und Foyer leer, der Rest des Gebäudes wurde von der damaligen Eigentümerin HOWOGE saniert und langfristig vermietet. Mit der Übertragung des Gebäudekomplexes von der HOWOGE an die Stiftung Stadtkultur im Jahr 2018 begann eine prozesshafte Umdeutung und Reaktivierung des ehemaligen Theaters. Bis voraussichtlich 2025 wird das Haus, 2021 umbenannt in KAHO. Raum für Kultur, von einer Guckkastenbühne zum modularen Veranstaltungsort umgebaut, um dann in neuem Glanz wiederzueröffnen.

KAHO. Raum für Kultur