THEATER KARLSHORST

Im Herzen von Karlshorst steht ein Theater, das keines mehr ist. 2018/19 fanden dort Werkstattgespräche zur Reaktivierung und zum Umbau des ehemaligen Theaters Karlshorst statt. Beteiligt wurden Vertreter*innen aus Kunst und Kultur, Politik und Verwaltung, Stadtplanung, Architektur und Denkmalschutz. Ziel war es, die Herausforderung der Sanierung und die Möglichkeiten einer zukünftigen Nutzung zu sondieren. Zeitgleich wurden Bühnenturm und Vorplatz des Gebäudes mit einzelnen Veranstaltungen belebt.

2020 wurde der Bauantrag eingereicht und eine Markenagentur beauftragt. Die lange gehegten Pläne werden also in absehbarer Zeit Wirklichkeit. Dabei muss einer komplexen Situation Rechnung getragen werden: Als Theater für große Ensembles ist das Haus wegen vermieteter Nebenräume aktuell untauglich. Auch das künftige Betreiberkonzept ist noch zu präzisieren. Deshalb soll das Gebäude ab 2021 in mehreren Schritten umgebaut und temporär bespielt werden bis es voraussichtlich ab 2025 als modular nutzbares Ensemble für unterschiedliche Veranstaltungsformate zur Verfügung steht. Die Leitfrage dieses unabgeschlossenen Prozesses lautet: Was ist an diesem Kulturstandort zukünftig möglich? Eines ist schon jetzt sicher: Es soll eine große „Hausgemeinschaft“ entstehen, die die Aktivitäten von unterschiedlichen Veranstalter*innen, Mieter*innen und Kooperationspartner*innen beherbergt.

Für Frühjahr und Herbst 2021 ist von der Stiftung Stadtkultur eine Interimsbespielung geplant, um den Standort zu beleben, die Nachfrage beim Karlshorster und Berliner Publikum zu ermitteln, die räumlichen und akustischen Schnittstellen mit den bisherigen Mieter*innen abzuklopfen und Interesse bei Veranstaltern für die Nutzung ab voraussichtlich 2025 zu wecken. Das transdisziplinäre Programm ist gleichermaßen niedrigschwellig wie anspruchsvoll konzipiert. Mit einer großen Bandbreite an Programm (Konzerte, Kino, Lesungen, Performances u.v.a.) sollen möglichst viele Menschen in Karlshorst und ganz Berlin erreicht werden. Zugleich wird eine kuratorische Linie verfolgt, die bei der Geschichte des Gebäudes und des ehemaligen sowjetischen Sperrgebiets ansetzt und von dort aus in die Zukunft weist. Dabei spielen u.a. Karlshorster*innen, russischsprachige Berliner*innen, Kinder und Jugendliche sowie queerfeministische Communities eine Rolle, die aktiv und passiv einbezogen werden.

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